ZE-Podcast
09
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05
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2021

Podcasts: Hören ist das neue Lesen

„Fest&Flauschig“, „Gemischtes Hack“ oder „Das Corona-Update“ – Podcasts boomen. Aber was taugt das Medium für die Interne Kommunikation? Ein Trend zum Aufhorchen oder zum Skippen?
ZE-Podcast
09
05
2021

Podcasts: Hören ist das neue Lesen

„Fest&Flauschig“, „Gemischtes Hack“ oder „Das Corona-Update“ – Podcasts boomen. Aber was taugt das Medium für die Interne Kommunikation? Ein Trend zum Aufhorchen oder zum Skippen?
Podcasts: Hören ist das neue Lesen

Mats Hummels macht es, Nico Rosberg auch und sogar Angela Merkel. Wer heutzutage etwas zu sagen hat – oder das zumindest glaubt –, veröffentlicht einen eigenen Podcast. Allein der Audio-Streamingdienst Spotify verzeichnet auf seiner Plattform inzwischen rund 2,2 Millionen Podcasts. Im Vergleich zu 2019 hat sich das Angebot in diesem Segment damit mehr als verdreifacht. Auch in der Unternehmenskommunikation gewinnt das neue Audioformat an Bedeutung. Allerdings vor allem in der externen, weniger in der internen Kommunikation. Warum eigentlich? Taugen Podcasts für Mitarbeitende oder Führungskräfte nichts? Wir sagen: Doch – wenn man’s richtig macht.

Deep Dive
Podcasts sind keine schnellen Content-Häppchen. Es darf gerne länger auf einem Thema herumgekaut werden (ruhig bis zu 20 Minuten). Eben bis es für die Hörer:innen so richtig gut verdaulich geworden ist. „Deep Talk“ statt „Small Talk“. Für reine knackig-kurze Informationsvermittlung ist das Format zu schade. Besser: Hintergründige Themen wählen und Menschen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen erzählen lassen. Denn …

Storytelling deluxe
… wir alle wollen Geschichten hören. Das macht sich auch die Unternehmenskommunikation lange schon zunutze. Podcasts haben dabei im Vergleich zu Texten einen unschlagbaren Vorteil: Sie können mit Geräuschen arbeiten. Das Rauschen eines Flusses, das Rascheln von Blättern, das Rattern von Maschinen – Tonaufnahmen schaffen Atmosphäre und lassen vor dem inneren Auge lebendige Bilder entstehen. Daher bietet es sich an, Podcasts nicht nur im gängigen Interviewformat, sondern auch mal als Feature oder Reportage zu denken. Inspiration liefern Podcasts von journalistischen Medien wie „The Daily“ der New York Times oder „This American Life“ des Chicago Public Radio.

Es menschelt
Podcasts leben von einer authentischen und individuellen Sprache. Holt man sich Menschen vor sein Mikrofon, sollten diese zum Thema frei und ungezwungen sprechen dürfen – und sich das auch trauen. Das bedeutet zum einen, besser softe Themen bespielen, bei denen man auch mal anekdotisch werden kann (Unternehmenswerte statt Umstrukturierungsprogramm). Und zum anderen, keine Skripte vortexten, die dann abgelesen werden. Außerdem: Genau überlegen, wen man sprechen lässt. Nicht jeder ist geborene:r Podcaster:in oder Podcast-Gast. Einer Schlaftablette hört niemand lange zu. Im besten Fall kann aber durch eine:n charismatische:n Gesprächspartner:in eine ganz besondere Nähe zu den Hörer:innen aufgebaut werden. Schließlich transportiert Stimme nicht nur den Wortinhalt, sondern auch Emotionen und Persönlichkeit der Sprecher:in.

Authentisch statt perfekt
Wer Podcasts hört, verlangt also nach Authentizität und nicht nach Perfektion. Das lässt sich auch auf die Produktion übertragen. Es muss nicht die neuste Hightech-Aufnahmetechnik sein. Für den Anfang reicht es, vor allem in gute Mikrofone zu investieren. Auch bei der Moderation darf die innere Perfektionist:in ruhig mal Sendepause haben. Ein Versprecher oder ein „Ähm“ hier und da sind vollkommen in Ordnung.

Vermarktung
Der schönste, unterhaltsamste und informativste Podcast bringt nichts, wenn ihn keiner hört. Damit sich die Mitarbeitenden auch reinklicken, in die Offensive gehen: Artikel zum Podcast im Intranet, Newsletter-Beitrag, Email-Footer, etc. Es darf auch kreativer werden. Der Reiseanbieter DER Touristik spendierte seinen Mitarbeitenden zum Launch der ersten Podcast-Folge zum Beispiel In-Ear-Kopfhörer. Außerdem lohnt es, direkt mehrere Folgen zu veröffentlichen. So können die Hörer:innen den Podcast – sein Konzept, Format und seinen Stil – besser kennenlernen. Und dann heißt es: geduldig sein. Eine treue Hörerschaft aufzubauen, braucht Zeit.

Inspirieren lassen
Podcasts aus der Internen Kommunikation zum Reinhören findet man online nur wenige – intern heißt nun mal intern. Ein paar gute Beispiele gibt es trotzdem und auch ein Blick über den Tellerrand zu externen Unternehmenspodcasts oder journalistischen Formaten lohnt sich. Hier unsere Favoriten zum Inspirationen sammeln (alle Podcasts gibt’s auf den gängigen Podcast-Plattformen wie Spotify, Deezer oder Apple Podcasts):


- „Die Zukunft ist elektrisch“ – Audi
- „Culture for Breakfast“ – Deutsche Telekom
- „The Daily“ – New York Times
- „This American Life” – Chicago Public Radio
- „Living Logistics” – Deutsche Post DHL

Wie lange genau dauert es, bis man sich eine Community aufgebaut hat? Wer hat den Podcast eigentlich erfunden? Und was sind die Fallen, in die man als Unternehmen bei der Podcast-Produktion tappen kann? Den Deep Dive zum Thema Podcasts finden Sie in unserem neuen ZE-Podcast „Federführend“. Zusätzliche Expertise haben wir uns von Onlinemarketingexperte und Podcast-Berater Thorsten Bastian geholt.

Foto: neonbrand/Unsplash

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Geschrieben von
Geschrieben von Zimmermann Editorial

Aus unserem Magazin

Neue Erzähltechniken oder Trends im Editorial Design – in unserem Magazin beschäftigen wir uns mit Medien und Kommunikation.
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